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		<title>Wenn es regnet, nehme ich Abschied &#8211; Studieren in Kenia</title>
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		<pubDate>Thu, 16 May 2013 08:43:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Laura Kuenzig</dc:creator>
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				<content:encoded><![CDATA[<p>Der Regen ist nun in Narok und weiten Teilen Kenias eingekehrt. Zusammen mit den letzten Klausuren teilt er meinen Alltag ein. Wenn ich etwas außerhalb der Wohnung unternehmen will, muss dies möglichst vor vier oder fünf Uhr nachmittags geschehen, denn danach ist die Wahrscheinlichkeit für heftige Schauer recht hoch. Damit sind auch knöcheltiefer Matsch und unpassierbare Wege verbunden. Am Weg zur Uni fließt neuerdings ein kleines Flüsschen entlang und schneidet eine tiefe Kerbe in den lockeren Boden. Der war vor der Regenzeit noch nicht da. Zweimal muss ich ihn überqueren, und wo vorher kein Rinnsal war, gibt es natürlich auch keine Brücke. Je früher ich morgens unterwegs bin, umso heftiger fließt das Wasser noch, und wir alle, die wir unterwegs sind, suchen nach den trockensten Wegen durch das Wasser. Gegen Nachmittag schrumpfen die Flüsschen zu Rinnsalen zusammen, manchmal versiegen sie ganz, aber über Nacht werden sie meistens wieder zum Leben erweckt. Nun ist die Umgebung um Narok auch sehr grün, aber wegen der schlechten Kanalisation gab es im Stadtzentrum einige Überschwemmungen und ein paar Leuten schwamm im wahrsten Sinne des Wortes das Geschäft weg.</p>
<p>Das ist eigentlich ein gutes Wetter, um zu Hause auf die Klausuren zu lernen oder vor dem Laptop zu sitzen und an der Bachelorarbeit zu werkeln. Diese habe ich nun registriert und sie ist in vollem Gange. Ich möchte mehr zu Nachhaltigkeitsverständnissen unter kenianischen Bauern herausfinden. Der erste Prozess war die Eingrenzung des Themas. Dazu las ich in einem sehr weiten Radius alles, was ich in Datenbanken zum Thema Landwirtschaft in Afrika und Nachhaltigkeit finden konnte. In einem ausgeklügelten Verarbeitungssystem von Mindmaps fokussierte ich mich schließlich auf ein paar spezifische Gebiete, die im engeren Sinne etwas mit dem Thema zu tun haben. Schließlich las ich mir noch mal die Texte zur Grounded Theory durch, aus dem letzten Forschungssemester in Kultursoziologie in Leipzig, und dann fuhr ich aufs Land, ins Forschungsfeld – im wahrsten Sinne des Wortes.  Mit Freunden ging ich zweimal auf deren Felder, wo wir die Erde umgruben und Hirse und Bohnen pflanzten. Die Beobachtungsprotokolle, die dabei entstanden, interpretiere ich nun mit anderen Freunden via Skype, was viel Spaß macht. Ich bin gespannt, was dabei herauskommt und in welche Richtung meine nächsten Forschungsschritte gehen werden.</p>
<div id="attachment_6657" class="wp-caption aligncenter" style="width: 275px"><a href="http://blog.daad.de/go-out/2013/05/16/wenn-es-regnet-nehme-ich-abschied-studieren-in-kenia/img_4335/" rel="attachment wp-att-6657"><img class=" wp-image-6657" alt="" src="http://blog.daad.de/go-out/files/2013/04/IMG_4335-300x300.jpg" width="265" height="265" /></a><p class="wp-caption-text">Theorie&#8230;</p></div>
<div id="attachment_6658" class="wp-caption aligncenter" style="width: 281px"><a href="http://blog.daad.de/go-out/2013/05/16/wenn-es-regnet-nehme-ich-abschied-studieren-in-kenia/shamba/" rel="attachment wp-att-6658"><img class=" wp-image-6658" alt="... und Praxis" src="http://blog.daad.de/go-out/files/2013/04/shamba-300x300.jpg" width="271" height="271" /></a><p class="wp-caption-text">und Praxis</p></div>
<p>Nun bleibt mir nur noch eine Klausur an der Uni in Narok zu schreiben und ich bin schon dabei, sämtliche Stempel und Unterschriften auf der clearance form zu sammeln, um meine Zeit dort bald auch bürokratisch abschließen zu können. Nächstes Wochenende fährt ein Teil des Chores als Abschlussfahrt nach Mombasa, worauf ich mich sehr freue. Ich war zwar erst vor Kurzem zum ersten Mal an der kenianischen Küste, aber Mombasa habe ich dabei nur im Bus durchquert. Mit den lieben Leuten vom Chor dorthin zu fahren, von denen einige sich gut in der Stadt auskennen, wird bestimmt ein schöner Abschluss. Langsam leert sich auch mein Zimmer hier in Narok, weil ich viele Sachen schon nach Nairobi geschickt, auf dem Land verteilt oder an andere Freunde weitergegeben habe. Im Kopf bin ich schon halb ausgezogen und auf dem Weg in meine letzten paar Monate in der Hauptstadt. Was mich noch hier hält sind meine Freunde, meine inspirierende Arbeit an der Bachelorarbeit und ein paar Ecken, die ich noch nicht gesehen habe und zu denen ich demnächst mal ein paar Spaziergänge unternehmen werde – vor den Regenschauern, versteht sich.</p>
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		<title>Und plötzlich war es dunkel &#8211; Studium in Spanien</title>
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		<pubDate>Thu, 16 May 2013 08:43:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Inga Martin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach einem langen Tag in Madrid kam ich nach Hause und hatte nur einen einzigen Wunsch- ausruhen. Die Füße taten weh, die Augen fielen schon von zu und meine Energie hatte ich irgendwo auf dem Weg zwischen Madrid und Toledo &#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Nach einem langen Tag in Madrid kam ich nach Hause und hatte nur einen einzigen Wunsch- ausruhen. Die Füße taten weh, die Augen fielen schon von zu und meine Energie hatte ich irgendwo auf dem Weg zwischen Madrid und Toledo verloren. Ich habe also die Tür geöffnet und wurde von meiner telefonierenden Mitbewohnerin empfangen, die meiner Vermieterin gefühlte 25 Mal gesagt hat, „es funktioniert aber nicht, wirklich, es funktioniert nicht.“ – Ja, was funktionierte denn nicht? Ein Blick nach rechts, auf den Sicherungskasten gab mir schnell die Antwort: der Strom funktionierte nicht. Eine Ewigkeit haben wir versucht, die Sicherungen wieder einzuschalten, aber vergebens. Wir hatten vermutet, dass wir zu viele Geräte angeschlossen haben, aber auch nachdem wir alle schnell erreichbaren Stecker gezogen hatten, ging die Sicherung noch nicht wieder rein. Wir haben also sowohl die Spülmaschine als auch den Kühlschrank und die Gefriertruhe soweit abgerückt, dass wir an deren Stecker rankamen. Jetzt waren also alle Stecker draußen, bis auf den am Boiler, der so fest drin saß, dass wir ihn beim besten Willen nicht ziehen konnten. Mittlerweile hatten wir herausbekommen, welche Sicherung immer wieder alles zum Erliegen brachte und haben zumindest die anderen wieder einschalten können.</p>
<p>Leider hing an der kaputten Sicherung der Strom für den Kühlschrank und die Gefriertruhe und so musste das gesamte eingefrorene und zu kühlende Essen mit einem Mal weggeschmissen werden.</p>
<p>Auch das Internet legte für einen Tag eine Pause ein, aber das schlimmste kam erst am nächsten Morgen zum Vorschein- das warme Wasser war verschwunden. Und so wurde der nächste Tag morgens um 5 Uhr mit einer eiskalten Dusche gestartet.</p>
<p>Am Nachmittag klärte sich dann zum Glück die ganze Situation auf- der Stecker am Boiler war mit der Steckdose verschmolzen und der „Brand“ hatte die gesamte Steckdose schwarz gefärbt. Das Lösen des Steckers war selbst für den Elektriker unmöglich und so wurde kurzerhand das Kabel abgeschnitten und eine Übergangslösung eingebaut, die wenig vertrauenswürdig aussah. Der Hinweis darauf, dass wir diese Konstruktion auf gar keinen Fall anfassen durften machte diesen Eindruck nicht besser.</p>
<p>Zumindest können wir uns darauf verlassen, dass die Sicherungen funktionieren.</p>
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		<title>Semana Santa in Toledo- Studium in Spanien</title>
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		<pubDate>Thu, 16 May 2013 08:42:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Inga Martin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine der großen Besonderheiten in Spanien ist die Osterwoche, la Semana Santa. In dieser Woche finden fast jeden Tag (mit Ausnahme des Ostersamstags) Prozessionen statt, die es absolut wert sind, gesehen zu werden. Ich selber habe leider nur die Prozession &#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.daad.de/go-out/2013/05/16/semana-santa-in-toledo-studium-in-spanien/imgp1253-2/" rel="attachment wp-att-6556"><img class="alignright  wp-image-6556" alt="" src="http://blog.daad.de/go-out/files/2013/04/IMGP12531-300x300.gif" width="258" height="243" /></a>Eine der großen Besonderheiten in Spanien ist die Osterwoche, la Semana Santa. In dieser Woche finden fast jeden Tag (mit Ausnahme des Ostersamstags) Prozessionen statt, die es absolut wert sind, gesehen zu werden. Ich selber habe leider nur die Prozession am Gründonnerstag erlebt, da die Karfreitagsprozession aufgrund des schlechten Wetters ausgefallen ist, aber es schien so, als würden jeden Tag ähnliche Dinge gezeigt werden.</p>
<p>Bevor ich darauf eingehe, welche Bilder im Einzelnen dargestellt wurden, möchte ich kurz von der Stimmung berichten. Erst einmal war ich wahnsinnig überrascht, wie viele Menschen sich versammelt hatten, um die Prozession zu sehen. Von Kleinkindern, über Jugendliche bis hin zu Erwachsenen und Senioren waren alle Altersklassen vertreten. Als ich das gesehen habe, habe ich mir im Stillen gedacht, dass bestimmt viele als Familie dahin gekommen sind und es sicher einige unter ihnen gibt, die keine Lust dazu haben, sich die Prozession anzusehen. Aber spätestens als es losging, war dieser Gedanke wie weggeblasen. Ich glaube, ich war die Einzige, die sich während der Prozession umgesehen hat und versucht hat, Menschen zu finden, die sich unterhalten.</p>
<p>Es war mucksmäuschenstill und sogar die Kinder haben mit großen Augen zugesehen, was dort vor sich ging. Keiner hat geredet oder Quatsch gemacht, der Bewegungsdrang der Kinder und das Gekicher der Jugendlichen waren von einer Sekunde auf die andere verflogen.</p>
<p>Während der Prozession wurden insgesamt fünf Bilder gezeigt, <a href="http://blog.daad.de/go-out/2013/05/16/semana-santa-in-toledo-studium-in-spanien/imgp1240/" rel="attachment wp-att-6552"><img class="wp-image-6552 alignright" alt="" src="http://blog.daad.de/go-out/files/2013/04/IMGP1240-300x300.gif" width="241" height="232" /></a>die von 6 bis 8 Männern durch die Menschenmasse getragen wurden: der betende Jesus vor seiner Kreuzigung, Jesus an eine Säule gebunden, der das Kreuz tragende Jesus, der gekreuzigte Jesus und das Bild einer hell erleuchtetetn Frau. Zwischen den Bildern sowie zu <a href="http://blog.daad.de/go-out/2013/05/16/semana-santa-in-toledo-studium-in-spanien/imgp1255-2/" rel="attachment wp-att-6551"><img class="alignleft  wp-image-6551" alt="" src="http://blog.daad.de/go-out/files/2013/04/IMGP12551-300x300.gif" width="226" height="219" /></a>Beginn und am Schluss waren kleine Gruppierungen von Menschen, die das kommende Bild quasi eingeleitet haben, unter ihnen Mönche (vor dem Bild des betenden Jesus) , trauernde Frauen (vor dem Bild der Kreuzigung) und immer wieder grüne Männchen mit spitzem Hut (deren Sinn ich leider nicht verstanden habe). Untermalt wurde die Prozession von der jeweils passenden Musik.<a href="http://blog.daad.de/go-out/2013/05/16/semana-santa-in-toledo-studium-in-spanien/imgp1252/" rel="attachment wp-att-6554"><img class="alignright  wp-image-6554" alt="" src="http://blog.daad.de/go-out/files/2013/04/IMGP1252-300x300.gif" width="213" height="177" /></a></p>
<p>Alles in allem war es eine wirklich interessante Erfahrung zu sehen, wie solche Prozessionen ablaufen und vor allem die ganz besondere Stimmung in sich aufzunehmen.</p>
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		<title>Studieren in Japan: Ein Abend mit Geschäftsleuten 2.0</title>
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		<pubDate>Thu, 16 May 2013 08:42:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Diana Schnelle</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Japan]]></category>
		<category><![CDATA[Studium in Japan]]></category>
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		<category><![CDATA[Verständigung]]></category>

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		<description><![CDATA[Ob mir denn mein letzter Ausflug in die Welt der Manager und Unternehmer nicht gereicht habe? Natürlich nicht, schließlich sollte bei einem solchen Experiment stets auch eine Vergleichsprobe durchgeführt werden In diesem Fall erhielt ich hierzu vor wenigen Tagen die &#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ob mir denn mein letzter Ausflug in die Welt der Manager und Unternehmer nicht gereicht habe? Natürlich nicht, schließlich sollte bei einem solchen Experiment stets auch eine Vergleichsprobe durchgeführt werden <img src='http://blog.daad.de/go-out/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' />  In diesem Fall erhielt ich hierzu vor wenigen Tagen die Gelegenheit.</p>
<p>Dieses Mal wurde ich mit zwei weiteren Studentinnen aus Deutschland von dem Besitzer einer nahegelegenen Englisch-Schule, in der eine von den beiden ein paar Mal als Vertretungslehrerin ausgeholfen hatte, zu einem Meeting inkl. Abendessen und Barbesuch eingeladen. Ähnlich wie bei der vorangegangenen Einladung durch den Frisörsaloninhaber, handelte es sich auch hierbei um eine Art Verein von lokalen Unternehmern, die sich einmal im Monat (diesmal jedoch zu einer annehmbaren Zeit abends) treffen und (dies ist nun deutlich anders, als bei den Ethik-Anhängern) bei einem netten Abendessen über ihre Geschäfte und ihr Privatleben sprechen und sich ggf. Ratschläge erteilen bzw. sonstige Hilfestellung leisten. Soweit so gut. Was wir drei dort zu suchen hatten? Nun ja, wie üblich ging es hier wieder um den interkulturellen Austausch. Der Besitzer der Englischschule scheint Projekte mit deutschen Partnern zu planen und auch einige der anderen Herrschaften in der Gruppe haben oder hatten wohl mit Deutschland geschäftlich zu tun. Dennoch bin ich jedes Mal aufs neue angenehm überrascht, dass Leute wie sie ein so aktives Interesse an Austauschstudierenden zeigen. Und jedes Mal rütteln Erfahrungen dieser Art an meinem bisherigen Japan- und Weltverständnis und hinterlassen mich in einem Zustand zwischen Faszination und Fassungslosigkeit.</p>
<p>Der Abend fing bereits kurios an. Kaum am Treffpunkt angekommen, saßen wir schon auf der Couch im Büro unseres Gastgebers und hörten mehr oder weniger aufmerksam seinem offensichtlich penibel vorbereiteten Vortrag zu seiner Person, seinem Unternehmen und dem Ablauf des bevorstehenden Abends zu. Selbstverständlich auf Englisch. Danach ging es ab ins Taxi und zum Ort des Geschehens. Während der Fahrt versicherte er uns, dass wir uns keine Sorgen zu machen bräuchten, auch wenn der Rest der Gesellschaft wohl &#8220;zu nervös&#8221; sei, um Englisch zu sprechen, er würde ja für uns dolmetschen. Zu diesem Zeitpunkt, war ich eigentlich davon überzeugt, er nähme an, wir würden gar kein Japanisch verstehen (was auf KEINE von uns dreien zutraf). Ich habe schon überlegt, ob wir ihn nicht höflich aufklären sollten, dass wir nicht ganz so ahnungslos sind, wie es sich aufdrängen mag, als er uns plötzlich, kurz bevor wir den Versammlungssaal betraten, ausdrücklich darum bat kein Japanisch zu sprechen. Zunächst. Warum? Die Kollegen seien ja ohnehin schon nervös, das wäre nicht gut so &#8220;mit der Tür ins Haus fallen&#8221;. Aha. Außerdem sollen sie ruhig versuchen Englisch zu sprechen und motiviert werden ihre Fähigkeiten in dieser Hinsicht zu entwickeln. Tja, geschickt eingefädelt, würde ich sagen. Schleichwerbung für das eigene Unternehmen.</p>
<p>Ich persönlich habe mich in dieser neu erworbenen Rolle jedoch zunächst sehr unwohl gefühlt. Vor allem, da die Herren (ja, NUR Herren) zunächst ganz normal versuchten mit uns auf Japanisch zu kommunizieren (von wegen nervös! das wurden sie erst, als wir gezwungenermaßen die &#8220;keine-Ahnung-von-nix&#8221; Gesichter aussetzten). Und was macht man bitte in einer solchen Situation? Lügen? Naja, wir hielten uns eher ans betretene Schweigen, DAS musste auch kaum gespielt werden.</p>
<p>Das Meeting an sich verlief ganz unspektakulär &#8211; einführende Worte, kurzer Bericht von jedem Mitglied, Abschluss. Nichts bahnbrechendes. Wirklich gar nichts. Was das wohl für einen Nutzen hat? Gar keinen, es ist lediglich zur Erfüllung des Protokolls. Die wirklich relevanten Gespräche finden in der Essenspause bzw. beim Trinkgelage hinterher statt. Naja, das überraschte wenig. Ich persönlich fand jedoch auch das formale Prozedere höchst interessant. Z.B. die Tatsache, dass wenn es darum ging etwas zu seinem Privatleben zu sagen, die Beiträge von aufgesetzter Banalität nur so strotzen. So teilte einer der Herren mit, er habe im Sportgeschäft eine neue Yogamatte erworben. Well, good for him. Auch war es ziemlich spannend zu hören was genau und wie unser Gastgeber übersetzte. So verzichtete er z.B. darauf, bei der Übersetzung meiner Selbstvorstellung Angaben zu meinem Hauptfach (Japanologie) zu machen und passte auch die eigenen Kommentare jeweils an seine Zuhörer an. Naja, sei&#8217;s drum, wenigstens bleibt er konsequent bei dem ausgearbeiteten Szenario&#8230;dachte ich.</p>
<p>Falsch gedacht! Wie so oft in Japan, gerade als ich mir einbildete die Situation zu verstehen wurde sie mal wieder schonungslos auf den Kopf gestellt. Nach dem Meeting und dem Mittagessen ging es dann in die Bar, oder, besser gesagt Lounge. Spätestens hier blieb uns allen dreien der Mund endgültig offen stehen. Es handelte sich hierbei nämlich um keine gewöhnliche Bar, sondern um eine mit Hostessen &#8211; hübsch gestylten Damen mit kurzen Röckchen, langen Wimpern und dem perfektionierten Lachen auf Knopfdruck, die die Herren nicht nur bewirten, sondern auch unterhalten: mit Konversation, Karaoke usw.. Eine Art moderne Geisha, wenn man so will. Naja, nicht ganz, aber ihr wisst was ich meine. Mal davon abgesehen, dass ich gar nicht wissen will wie teuer dieses Etablissement ist, wage ich schwer zu bezweifeln, dass ohne die Begleitung unserer Geschäftsleute wir als Frauen überhaupt jemals die Chance gehabt hätten eine solche Lounge zu betreten. Insofern &#8211; einzigartige Erfahrung. Hier kippten auch mit einem Mal alle bis dahin aufgestellten Regeln. Ohne dass ich wirklich bemerkte ab wann, wechselte auch unser Gastgeber plötzlich die Sprache und knapp 5 Minuten nachdem wir die Bar betreten hatten stellte ich zu meinem Erstaunen, aber auch meiner großen Erleichterung fest, dass wir uns auf Japanisch unterhielten. Nun konnten wir uns wenigsten vernünftig selbstständig mit allen verständigen. Das Faszinierende: niemand aus der Gruppe schien überrascht, obwohl denen nur kurze Zeit zuvor versichert worden war, wir würden eine englische Übersetzung benötigen. Da versteh einer doch die Japaner!</p>
<p>Der Rest des Abends verlief nett, wir blieben jedoch nicht lange &#8211; ich nehme an, wir mussten uns auch deshalb früh verabschieden, damit der Rest der Gesellschaft ihren &#8220;Herrenabend&#8221; auch richtig genießen konnte. Uns war es nur Recht. Insgesamt war der Abend doch recht anstrengend und am nächsten Tag wartete die Uni auf uns. Ein bisschen neugierig bleibt man dann doch welche Kuriositäten da wohl noch unentdeckt geblieben sind. Aber wenn ich es recht bedenke, ist es vielleicht auch besser so <img src='http://blog.daad.de/go-out/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
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		<title>Sightseeing in York</title>
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		<pubDate>Thu, 16 May 2013 08:42:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tobias Anger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auslandsstudium]]></category>
		<category><![CDATA[Großbritannien]]></category>
		<category><![CDATA[Studieren in Großbritannien]]></category>
		<category><![CDATA[Minster]]></category>
		<category><![CDATA[york]]></category>

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		<description><![CDATA[Auch wenn das Wetter draußen noch eher tiefsten Winter vermuten lässt, ist der 10-wöchige Springterm an der University of York nun auch wieder vorbei. Da sich mit der Zeit auch der Alltag eingestellt hat, verging dieser Term gefühlt jedenfalls noch &#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Auch wenn das Wetter draußen noch eher tiefsten Winter vermuten lässt, ist der 10-wöchige Springterm an der University of York nun auch wieder vorbei. Da sich mit der Zeit auch der Alltag eingestellt hat, verging dieser Term gefühlt jedenfalls noch viel schneller als der Autumn-Term. Vor allem die letzten 4 Wochen wurden noch einmal recht hektisch, da in fast allen Modulen entweder die Lösung zu einem Übungsblatt oder ein Essay abgegeben werden musste.</p>
<div id="attachment_6564" class="wp-caption alignleft" style="width: 286px"><a href="http://blog.daad.de/go-out/2013/05/16/sightseeing-in-york/20130217_165822/" rel="attachment wp-att-6564"><img class="size-medium wp-image-6564  " alt="" src="http://blog.daad.de/go-out/files/2013/04/20130217_165822-276x300.jpg" width="276" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">wuselige Gassen, Minster im Hintergrund</p></div>
<p>Da ich jetzt in der Zwischenzeit Besuch aus Deutschland bekam, bot sich nun die Gelegenheit auch die touristische Seite Yorks etwas weiter anzuschauen. Der erste Gang ging dabei durch die kleinen engen, mittelalterlich geprägten Gassen und endete am Wahrzeichen Yorks, dem Minster. Nachdem 1220 mit dem Bau begonnen wurde, konnte 1472 freudig die Fertigstellung verkündet werden. Die Bauzeit von 252 Jahren, die wohl selbst von neuzeitlichen Berliner oder Stuttgarter Bauprojekten nicht übertroffen werden wird, hat sich allerdings gelohnt: Das Minster ist nicht nur eine der größten, sondern wohl auch eine der eindrucksvollsten Kathedralen Nordeuropas!</p>
<div id="attachment_6568" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://blog.daad.de/go-out/2013/05/16/sightseeing-in-york/york-2013-007/" rel="attachment wp-att-6568"><img class="size-medium wp-image-6568" alt="" src="http://blog.daad.de/go-out/files/2013/04/York-2013-007-300x230.jpg" width="300" height="230" /></a><p class="wp-caption-text">Minster</p></div>
<p>Der nächste Tag begann dann mit einer Tour durch das Jorvik Viking Centre. Kurz nachdem eine Süßigkeitenfirma 1966 umgezogen ist, wurden auf dem ehemaligen Gelände, das mitten in Yorks Innenstadt liegt, gut erhaltene Überreste von Siedlungen aus der Zeit um 900 gefunden, als York noch unter dem Namen Jorvik bekannt war und die Wikinger die Stadt bevölkerten. Genau an der Stelle der Ausgrabungen wurde vor ca. 30 Jahren das Museum aufgebaut, das vom York Archaeological Trust getragen wird. Inzwischen wurde das Jorvik Viking Centre von knapp 30 Millionen Menschen besucht und gilt damit als eine der beliebtesten Attraktionen außerhalb Londons. Das liegt wohl vor allem am Bemühen des Viking Centres die Vergangenheit erlebbar zu machen und dabei gleichzeitig den Anspruch von wissenschaftlicher Genauigkeit zu erfüllen. Hauptattraktion ist jedenfalls die “Zeitmaschine”: Hier wird sich in kleine, auf Schienen fahrende, Fahrzeuge gesetzt, die einen durch detailgetreu nachgebaute Wikinger-Siedlungen fahren, während man durch kleine Lautsprecher laufend mit passenden Informationen versorgt wird. (wahlweise auf Deutsch, Spanisch, Französisch, oder Englisch)</p>
<div id="attachment_6565" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://blog.daad.de/go-out/2013/05/16/sightseeing-in-york/20130326_170051/" rel="attachment wp-att-6565"><img class="size-medium wp-image-6565" alt="" src="http://blog.daad.de/go-out/files/2013/04/20130326_170051-300x262.jpg" width="300" height="262" /></a><p class="wp-caption-text">Britische Bahngeschichte in York</p></div>
<p>Als nächster Punkt stand dann der Besuch des National Railway-Museums auf der Tagesordnung, das mit einer liebevoll aufbereiteten Sammlung von Lokomotiven und dazugehörigen Waggons überzeugen kann. Der Ort des Museums ist nicht rein zufällig in York, da sich die Stadt schon im 19. Jahrhundert einen Namen als Bahnknotenpunkt und vor allem auch Handelstreffpunkt im Nordens England gemacht hat. Die speziell ausgestellten Waggons, in denen die königliche Familie vor 100 Jahren durch das Land gefahren wurde, würden in Sachen Komfort wohl auch noch jedes erste-Klasse Abteil aus dem Jahre 2013 um Längen übertreffen und erinnern eher an ein gut ausgestattetes Wohnzimmer.</p>
<p>Zum Abschluss ging es dann am nächsten Tag mit meinem Besuch noch in “York&#8217;s Chocolate Story”. Hier wird interaktiv Yorks eindrucksvolle “Schokoladen-Geschichte” dargestellt. Eine der wohl bekanntesten Schoko-Firmen, die in York im 19. Jahrhundert gegründet wurden, ist “Rowntree&#8217;s”, wo z.B. KitKat erfunden wurde. Joseph Rowntree, einer der Geschäftsführer, hatte es allerdings nicht nur auf Profite abgesehen und ging Anfang des 20. Jahrhunderts vor allem der Frage nach, wie Armut entsteht und wie diese am effektivsten bekämpft werden könnte. Daher setzte er sich auch aktiv mit verschiedenen Maßnahmen für eine Verbesserung der Lebensbedingungen seiner Mitarbeiter ein. Die 1904 gegründete Joseph Rowntree Foundation ist auch heute noch einer der bekanntesten britischen ThinkTanks für soziale Themen und arbeitet z.B. auch mit der University of York zusammen. 1988 wurde “Rowntree&#8217;s” dann schließlich vom Großkonzern Nestlé aufgekauft und in York werden heutzutage 5 Millionen KitKats täglich produziert. Neben solchen geschichtlichen Hintergründen wird in “York&#8217;s Chocolate Story” natürlich auch gezeigt, wie Schokolade überhaupt hergestellt wird. Absolutes Highlight sind dann die zahlreichen Geschmacksproben, sodass dies nun mein ingesamt dritter Besuch dort war&#8230;</p>
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		<title>Wirtschaftswunder(chen) Nazareth &#8211; Studieren in Israel</title>
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		<pubDate>Thu, 16 May 2013 08:42:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Samuel Schroers</dc:creator>
				<category><![CDATA[Israel]]></category>
		<category><![CDATA[nazareth]]></category>

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		<description><![CDATA[Immer wieder bin ich schon dort gewesen. Gesehen und erfahren habe ich in Nazareth, der Stadt in der Jesus seine Kindheit verbrachte und die mittlerweile mit 85000 Einwohnern die größte arabische Stadt in Israel ist, nicht viel. Es lag wohl &#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Immer wieder bin ich schon dort gewesen. Gesehen und erfahren habe ich in Nazareth, der Stadt in der Jesus seine Kindheit verbrachte und die mittlerweile mit 85000 Einwohnern die größte arabische Stadt in Israel ist, nicht viel. Es lag wohl an dem alt bekannten Phaenomen, Sehenswurdigkeiten vor der Haustur fur Trips in unbestimmter Zeit in Zukunft zu reservieren- getreu dem Motto:”das kann man ja immer mal noch machen”. Vor der Haustüre deshalb, da ich in Haifa etwa 30min Autofahrt entfernt studiere.<br />
Wie auch immer, letzte Woche war dann dieser unbestimmte Zeitpunkt gekommen und mit meiner mich besuchenden Familie wurde im Fauyi Azar Inn Guesthouse eingecheckt. Ein Traum! Mitten in der Altstadt versteckt liegt dieses rennovierte, aus ottomanischer Zeit erhaltene Schmuckstuck. Malereien und 4m hohe Wande, sowie ein ruhiger Innenhof mit Springbrunnen zeugen von ehemaligem Wohlstand.<a href="http://blog.daad.de/go-out/2013/05/16/wirtschaftswunderchen-nazareth-studieren-in-israel/dsc00562/" rel="attachment wp-att-6540"><img class="aligncenter size-thb_300x300 wp-image-6540" alt="" src="http://blog.daad.de/go-out/files/2013/04/DSC00562-300x300.jpg" width="300" height="300" /></a></p>
<p style="text-align: left;">Wir erreichten unsere Unterkunft relativ spät Abends und legten uns nach eingiebiger Bestaunung des Hauses in den großräumigen Schlafsaal. Der nächste Tag begann mit dem wohl besten Hostel-Frühstuck in ganz Israel. Alleine deswegen sollte man hier schon eine Nacht geschlafen haben. Danach fanden wir uns mit einigen anderen Gasten im schönsten Raum des Hauses, dem ehemaligen Wohnzimmer im 1. Stock, zusammen um von der Enkelin des Hauserbauers die Geschichte des Hauses, nein man muss eigentlich sagen ihrer Familie und wenn man ganz das große Ganze sieht sogar von der Altstadt Nazareth’s zu hören.</p>
<p style="text-align: left;">Die Verbindung lässt sich am besten mit jener selbst erklären: Der Großvater war es also der das Haus Anfang des 20. Jahrhunderts kaufte und einrichtete. Nazareth war ein Städtchen mit viel Handel und einer geschäftigen Altstadt, als die Erzählerin jeden Samstag in dem großen Haus ihre ganze Familie zum Essen traf. Doch die Zeiten änderten sich und nach dem Tod ihrer Großeltern wollte niemand mehr in den engen Gassen der Altstadt wohnen und das Haus verkam. Die Jungen wollten raus, neue moderne Häuser, mit all dem Komfort und Vorteilen. Ähnlich erging es vielen Häusern in der Altstadt und mit dem Wegzug der betuchten Jugend schloss bald ein Laden und Restaurant nach dem anderen. Das Zentrum der Stadt wurde zum Problemviertel, ärmere Familien zogen in die verlassenen heruntergekommenen Häuser, auch die Kriminalität hatte laut Enkelin stark zugenommen. Genau zu dieser Zeit kam es jedoch dazu, dass gerade ein junger Jude in dem ottomanischen Schmuckstuck mehr als nur eine Geschäftsidee sah. Nazareth wird von ca. 2.5 Mio. Touristen pro Jahr besucht, nur 3% bleiben auch über Nacht. Israelische Touristenreisen hatten eine Nacht hier in der arabischen Stadt einfach nicht eingeplant. Politisches Kalkül? Zumindest bleibt der Verdacht… Auf jeden Fall bekam dieser junge Israeli, nennen wir ihn Moshe da ich den Namen vergessen habe, Moshe bekam also die Erlaubnis das Gebaude zu renovieren und ein Guesthouse zu eröffnen. Mit dem Guesthouse kamen auch die ersten Backpacker, Menschen denen die Atmosphäre und Einzigartigkeit ihres Schlafplatzes mehr bedeuten als Privatsphäre und Sauberkeit. Der typisch local-life suchende Reisende eben. Mit den Gästen kamen die Restaurants, mit denen Menschen, die dort arbeiten und in der Nähe wohnen wollen. Mit den Neualtstadtern kamen die Bedürfnisse nach allem was der Mensch eben so braucht. Kurzum es kam zu einer langwierigen Kettenreaktion. Heute gibt es in der Altstadt von Nazareth wieder 60 Laden, sogar ein neues Hostel soll bald eroffnet werden. Und es gibt noch mehr Potential. Eine Erfolgsgeschichte die man gesehen haben sollte!</p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://blog.daad.de/go-out/2013/05/16/wirtschaftswunderchen-nazareth-studieren-in-israel/dsc00568/" rel="attachment wp-att-6541"><img class="aligncenter size-thb_300x300 wp-image-6541" alt="" src="http://blog.daad.de/go-out/files/2013/04/DSC00568-300x300.jpg" width="300" height="300" /></a></p>
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		<title>Ein Frühlingstag in Paris.</title>
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		<pubDate>Tue, 14 May 2013 06:50:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lisa Bolz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Frankreich]]></category>
		<category><![CDATA[Studium in Frankreich]]></category>
		<category><![CDATA[Studium in Paris]]></category>
		<category><![CDATA[marché d'Aligre]]></category>
		<category><![CDATA[Parc Montsouris]]></category>

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		<description><![CDATA[Kaum lässt sich die Sonne in Frankreichs Hauptstadt erblicken, scheint Paris zu erwachen &#8211;  von überall her strömen die Menschen in die Parks und Gärten. Auf den Wiesen, die betreten werden dürfen, spielen Kinder und liegen die Leute. Die Studentenwohnheime &#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_6732" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://blog.daad.de/go-out/files/2013/04/Montsouris-2.jpg" rel="lightbox[6726]"><img class="size-medium wp-image-6732" alt="Wenn mir die Decke im Wohnheim auf den Kopf fällt, gehe ich in den angrenzenden Parc Montsouris." src="http://blog.daad.de/go-out/files/2013/04/Montsouris-2-300x225.jpg" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Wenn mir die Decke im Wohnheim auf den Kopf fällt, gehe ich in den angrenzenden <em>Parc Montsouris</em>.</p></div>
<p>Kaum lässt sich die Sonne in Frankreichs Hauptstadt erblicken, scheint Paris zu erwachen &#8211;  von überall her strömen die Menschen in die Parks und Gärten. Auf den Wiesen, die betreten werden dürfen, spielen Kinder und liegen die Leute. Die Studentenwohnheime sind wie leer gefegt, weil die Bewohner stattdessen draußen picknicken. Auch meine Klasse lässt die Arbeit an der Fallstudie für einen Tag einfach mal sein und ich treffe mich mit einer Kommilitonin im <em>Parc Montsourris</em>, um eine Auszeit zu nehmen. Was sagte noch ein Mitbewohner? Im Winter ist Paris schön, aber im Sommer traumhaft &#8211; wenn man von den sehr warmen Klassenräumen absieht, die dank der Fensterfronten stundenlang von der Sonne beheizt werden. Nun gut, besser so als zu kalt.</p>
<div id="attachment_6731" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://blog.daad.de/go-out/files/2013/04/Montsouris.jpg" rel="lightbox[6726]"><img class="size-medium wp-image-6731 " alt="Regelmäßig rattert der RER durch den Park." src="http://blog.daad.de/go-out/files/2013/04/Montsouris-300x225.jpg" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Regelmäßig rattert der <em>RER</em> durch den Park.</p></div>
<p>Im <em>Parc Montsouris</em> kann man dann für einige Stunden dem Treiben der Großstadt den Rücken zukehren und die ausgelassene Stimmung genießen. Der <em>RER</em>, der in regelmäßigen Abständen durch den Park donnert, wird kaum wahrgenommen und auch das ferne Autorauschen stört nicht die Atmosphäre. Etwas weiter sitzt eine Gruppe, in der jemand auf seiner Gitarre zupft, und unten am See unterhält eine Jazz-Combo die Leute. Selten habe ich die Pariser Leute so entspannt erlebt und diese Stunden lassen erahnen, wie großartig erst der Sommer in der Stadt werden muss!</p>
<div id="attachment_6728" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://blog.daad.de/go-out/files/2013/04/Au-marché.jpg" rel="lightbox[6726]"><img class="size-medium wp-image-6728" alt="Ein buntes Treiben auf dem marché d'Aligre" src="http://blog.daad.de/go-out/files/2013/04/Au-marché-300x225.jpg" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Ein buntes Treiben auf dem <em>marché d&#8217;Aligre.</em></p></div>
<p>Mit meinen Mitbewohnern ist es immer wieder schön, am Samstagmorgen den Frühling zu nutzen, um auf dem Markt einzukaufen. In der Nähe des <em>Gare de Lyon</em> befindet sich im 12. Arrondissement der <em>marché d&#8217;Aligre</em>, einer der bekanntesten Pariser Märkte. Außer montags kann man hier täglich frisches Obst und Gemüse kaufen, ebenso wie Kleidung, Gebäck, Fleisch, Fisch, Käse und Süßwaren. Auf dem Markt geht es immer sehr turbulent zu. Von überall her rufen die Verkäufer und preisen die Waren an. Es ist allein schon eine Wonne, die schön drapierten Waren zu sehen, über denen die obligatorischen Schilder hängen. Auch wenn ich immer ziemlich genau weiß, was ich brache, so habe ich es bislang nie geschafft, all den Sachen zu widerstehen und bin stets mit mehr Dingen als geplant ins Wohnheim zurückgekehrt. So auch beim letzten Marktbesuch, bei dem ich auf einmal vor einem Markttisch voller Erdbeeren stand, an dem ich nicht einfach so vorbeigehen konnte.</p>
<div id="attachment_6730" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://blog.daad.de/go-out/files/2013/04/Die-Seine.jpg" rel="lightbox[6726]"><img class="size-medium wp-image-6730 " alt="Immer wieder schön: Das Seineufer im Frühling" src="http://blog.daad.de/go-out/files/2013/04/Die-Seine-300x225.jpg" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Immer wieder schön: Das Seineufer im Frühling.</p></div>
<p>Auch das Seineufer lädt zum Verweilen ein. Nur ein paar <em>RER</em>-Stationen weiter fließt der Fluss durch Paris, sodass einem klischeebehafteten Spaziergang <em>au bord de la Seine</em> nichts im Wege steht. Während sich die Touristen auf den Platz vor der Notre Dame drängeln oder sich durch die weltberühmte Kirche schieben, ist es auf der anderen Flussseite viel ruhiger und unten am Wasser sitzen immer wieder Maler oder Leute, die in ihr Buch vertieft sind. Hier erlebe ich dann manchmal einen der kurzen Augenblicke, in denen ich begreife, dass ich tatsächlich in Paris bin.</p>
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		<title>Praktikum in Brasilien &#8211; Abschlussbericht</title>
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		<pubDate>Tue, 14 May 2013 06:49:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>africke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Auslandsstudium]]></category>
		<category><![CDATA[Brasilien]]></category>
		<category><![CDATA[PJ]]></category>
		<category><![CDATA[Praktikum]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist schwer, die Eindrücke der letzten vier Monate in Worte zu fassen. Insgesamt habe ich eine sehr intensive Zeit verlebt; jede Minute war ausgefüllt durch Praktikum im Krankenhaus, Surfen, Capoeira-Training oder dem Hiken durch die wunderschöne Natur der Insel. &#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist schwer, die Eindrücke der letzten vier Monate in Worte zu fassen. Insgesamt habe ich eine sehr intensive Zeit verlebt; jede Minute war ausgefüllt durch Praktikum im Krankenhaus, Surfen, Capoeira-Training oder dem Hiken durch die wunderschöne Natur der Insel.</p>
<p>Geprägt hat meine Zeit in Brasilien wohl insbesondere mein Praktikum im Krankenhaus, da ich hier die meiste Zeit des Tages verbrachte: Zum ersten Mal in meinem Leben stand ich freiwillig um 6 Uhr morgens auf, nie bin ich so gerne morgens ins Praktikum gegangen: Dies mag zum Einen daran liegen, dass das gesamte Personal des Krankenhauses so unglaublich nett zu mir war: Durch die große Anzahl an deutschen Einwanderern im Bundesstaat Santa Catarina sprachen viele Ärzte ein paar Worte deutsch und freuten sich, ihre Sprachkenntnisse anwenden zu können bzw. mich über meine Heimat auszufragen. Zum Anderen machte die Arbeit aber auch Spaß, da die Assistenzärzte hier so unglaublich motiviert waren: Anders als in Deutschland oder in Frankreich freuten sie sich auch noch nach offiziellem Dienstende, wenn doch noch ein OP-Saal frei wurde und sie die noch anstehende OP doch durchführen konnten. Auch die berüchtigten 36-Stunden Dienste erledigten die Assistenzärzte bereitwillig. Vielleicht war Grund dieser bemerkenswerten Motivation auch die Tatsache, dass jeder Assistenzarzt zu Beginn der Ausbildung in Brasilien einen Eingangstest bestehen muss, welcher insbesondere für die chirurgische Ausbildung in Florianopolis ausgesprochen schwer sein soll. Diesen bestanden zu haben und Teil eines so tollen Teams zu sein, steigert natürlich auch den Ansporn ein guter Chirurg zu werden.</p>
<p>War schon in Frankreich weniger Hierarchie zwischen Oberärzten und Assistenzärzten zu spüren, so stand der Assistenzarzt in Brasilien sogar im Vordergrund: Alle OPs waren darauf angelegt, dem Assistenzarzt etwas beizubringen: So operierte meistens der Assistenzarzt selbst, während der Oberarzt Anweisungen gab und zur Not auch einsprang. Auch ich als Student durfte oft die Hautwunden zunähen, in der sog. &#8220;kleinen&#8221; Chirurgie führte ich selbstständig Biopsien von Hautkrebs-verdächtigen Muttermalen durch (gerade der Süden Brasiliens mit seinen vielen deutschen Einwanderern hat durch die vielen hellhäutigen Menschen und vergleichsweise hohe Sonneneinstrahlung eine hohe Melanom-Rate!), zog Fliegenlarven aus der Haut von Patienten und assistierte bei Samenstrangdurchtrennungen und Vorhaut-Entfernungen.</p>
<p>Insgesamt waren alle Ärzte extrem liebenswürdig und immer bereit, mir die verschiedenen Operationstechniken zu erklären und auch sonst mir alle möglichen Fragen zu beantworten. Nie bekam ich eine schnippische Antwort, was z.B. in Frankreich bei der einen oder anderen Ärztin mal vorkommen konnte. Man merkte eben, dass die Lehre hier einen extrem hohen Stellenwert hat.</p>
<p>Außerhalb des Krankenhauses gab es natürlich auch eine Menge zu unternehmen: Neben dem Capoeira wollte ich auch endlich wirklich surfen lernen: Barra da Lagoa, der Strand, an dem ich wohnte erwies sich hierfür als ideal: Die relativ kleinen Wellen waren perfekt dafür, das aufstehen zu üben. Trotz allem war aller Anfang schwer; ich brauchte ewig, bis ich das erste Mal einigermaßen auf dem Brett balancieren konnte. Bei meinen Startschwierigkeiten half mir vor allem eine Freundin, die auf der südlichsten Insel Japans aufwuchs und schon von klein auf surfte. Sie brachte mir vor allem bei, die Wellen richtig einzuschätzen, was beim Surfen von enormer Wichtigkeit ist. Nach fast täglichem Training konnte ich inzwischen immerhin schon von meinem großen Malibu Board auf ein wendigeres Shortboard umsteigen, mit welchem das Surfen sehr viel mehr Spaß macht. Eine meiner schönsten Erfahrungen war dabei, zusammen mit all meinen &#8220;Surfista&#8221;-Freunden aus Barra da Lagoa bei strömendem tropisch-warmem Regen surfen zu gehen &#8211; hierbei fühlt man sich der Natur sehr nahe.</p>
<p>Zusätzlich zu meinen täglichen sportlichen Aktivitäten versuchte ich auch, jedes Wochenende ein anderes Eckchen der Insel zu erkunden: Die Ilha da Santa Catarina bietet eine Menge toller Wanderwege, die Zugang zu teils ganz versteckten und menschenleeren Buchten bieten. Zusätzlich gibt es mehrere kleine Inselchen um Florianopolis, wie z.B. die Ilha do Campeche mit ihrem karibisch weißen Strand, zu denen man Ausflüge in Fischerbooten machen kann. Auch fuhr ich während der Faschings-Feiertagen nach Curitiba, um eine Freundin zu besuchen und mit dem Serra Verde Express durch die atemberaubenden Canyons des atlantischen Regenwalds zur Ilha do Mel, der Honiginsel zu fahren: Ein unvergessliches Erlebnis.</p>
<p>Es fällt mir schwer, diesen wundervollen Ort zu verlassen; meine brasilianischen Freunde in Coimbra haben nicht zu viel versprochen: Floripa really is paradise. Am meisten wird mir die relaxte Atmosphäre meines kleinen Fischerdörfchens fehlen, wo mir die Fischer &#8220;Boa Onda&#8221;, also &#8220;Gute Welle&#8221; zurufen, wenn ich frühmorgens mit meinem Surfbrett zum Strand eile, wo abends das ganze Dorf zusammenkommt, um mit vereinten Kräften die meterlangen Fischernetze aus dem Meer zu ziehen und wo ich ich fangfrischen Fisch und Garnelen direkt von den heimkehrenden Fischerbooten kaufen kann. Auch die über Praia Mole aufgehende Sonne und die tolle Morgenstimmung über der Lagune, die ich jeden Morgen vom Bus aus bestaune, werde ich vermissen. Am meisten &#8220;saudades&#8221; werde ich jedoch wahrscheinlich von all meinen neugewonnen Freunden in Barra da Lagoa sowie im Krankenhaus haben.</p>
<p>Viele Ärzte fragen mich, ob ich denn meine Assistenzarztausbildung nicht in Brasilien machen möchte. Die Versuchung ist natürlich groß; wer möchte nicht im Paradies wohnen und gleichzeitig mit einem so liebenswürdigem Team zusammenarbeiten. Trotzdem zieht es mich hierfür nach zu Hause zurück: Zwar sind die Chirurgen hier extrem kompetent und geschickt, was ich vor allem während meiner Zeit in der plastischen Chirurgie gemerkt habe.</p>
<p>Jedoch wird aufgrund mangelhafter technischer Ausrüstung nicht das gesamte Spektrum an chirurgischen Eingriffen abgedeckt, da viele Operationen in privaten Kliniken durchgeführt werden. So darf z.B. ein brasilianischer Assistenzarzt der plastischen Chirurgie zwar schon viel selbst operieren, wie z.B. Hauttumor-Resektionen und Otoplastien im 3. Ausbildungs-Jahr, Face-Liftings im 4. Jahr und Brustvergrößerungen sowie Brandwundenplastiken im 5. Jahr, jedoch wird im staatlichen Krankenhaus z.B. wenig Nervenchirurgie durchgeführt, welche für mich fast den spannendsten Bereich der plastischen Chirurgie darstellt.</p>
<p>Die Tatsache, dass der brasilianische Staat zwar kein Geld für eine angemessene technische Ausrüstung der Operationssäle sowie für gut ausgestattete Trauma-Zentren aufbringen kann, gleichzeitig aber in staatlichen Krankenhäusern durchgeführte Schönheits-Operationen finanzieren kann, ist eine der Ungereimtheiten, die mich am brasilianischen Gesundheitssystem stören. Auch geht mir die Trennung zwischen Arm und Reich gegen den Strich: So sollte doch ein Universitätskrankenhaus eigentlich einen der höchsten medizinischen Standards aufweisen und privaten Kliniken in nichts nachstehen, egal ob es &#8220;nur&#8221; Anlaufstelle der unteren Bevölkerungsschichten ist oder nicht.</p>
<p>Nichtsdestotrotz hat mein Praktikum in Florianopolis meine Begeisterung für die Chirurgie an sich und insbesondere die plastische Chirurgie nicht im mindesten beeinträchtigt: Die Kompetenz der plastischen Chirurgen und vor allem auch die Freude, mit der sie ihre Arbeit ausübten, hat mich noch in dem Wunsch bestärkt, den Weg der plastischen und rekonstruktiven Chirurgie einzuschlagen.</p>
<p>In diesem Sinne möchte ich mich herzlich beim DAAD, welcher mir meinen Auslandsaufenthalt durch die freundliche Unterstützung in Form des Auslandsstipendiums erst möglich gemacht hat, bedanken. Vielen Dank auch an alle Leser meines Blogs; ich hoffe, ich konnte einen kleinen Einblick in das Leben, die Kultur und die tägliche Krankenhaus-Routine Brasiliens geben.</p>
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		<title>Klausurenphase in Paris</title>
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		<pubDate>Tue, 14 May 2013 06:48:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lisa Bolz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auslandsstudium]]></category>
		<category><![CDATA[Frankreich]]></category>
		<category><![CDATA[Studium in Frankreich]]></category>
		<category><![CDATA[Studium in Paris]]></category>
		<category><![CDATA[Au Thé Gourmand]]></category>
		<category><![CDATA[CELSA]]></category>
		<category><![CDATA[dissertation]]></category>
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		<category><![CDATA[Master Recherche]]></category>

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		<description><![CDATA[Oh je, die Klausuren rücken immer näher und mit Besorgnis schaue ich täglich in den Kalender und bemerke, wie schnell die Zeit dahinrast und wie viel noch zu tun bleibt. Dabei kann ich mich nicht beschweren, dass ich besonders viele &#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_6729" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://blog.daad.de/go-out/files/2013/04/Au-Thé-Gourmand.jpg" rel="lightbox[6725]"><img class="size-medium wp-image-6729" alt="Im gemütlichen Café Au Thé Gourmand kann man wunderbare quiches und gâteaux essen. " src="http://blog.daad.de/go-out/files/2013/04/Au-Thé-Gourmand-300x224.jpg" width="300" height="224" /></a><p class="wp-caption-text">Im gemütlichen Café <em>Au Thé Gourmand</em> - im Quartier Latin, ganz in der Nähe des Panthéons &#8211; kann man wunderbare <em>quiches</em> und <em>gâteaux</em> essen.</p></div>
<p>Oh je, die Klausuren rücken immer näher und mit Besorgnis schaue ich täglich in den Kalender und bemerke, wie schnell die Zeit dahinrast und wie viel noch zu tun bleibt. Dabei kann ich mich nicht beschweren, dass ich besonders viele Klausuren zu schreiben hätte. Um genau zu sein, habe ich in dem Studienjahr nur drei Klausuren, die es allerdings in sich haben. Die ehemaligen Studenten des Master Recherche sagen uns immer wieder, dass wir gut lernen sollen. Die Professoren erwarten, dass wir neben der Klausurvorbereitung parallel unsere Masterarbeit beginnen. Und die Masterbetreuerin schreibt uns Mails, in denen sie uns schöne Ferien wünscht, auch wenn wir wohl wenig von der Sonne profitieren könnten.</p>
<p>Auch wenn immer wieder gesagt wird, dass der Schwerpunkt des Forschungsmasters auf Lektüre, Masterarbeit und auf den Forschungsseminaren liegt, so werden die Klausuren immer wieder erwähnt, wobei niemand konkrete Angaben machen möchte. Die sieben Vorlesungen werden in insgesamt drei Klausuren abgefragt, aber anstatt Fragen zu jedem Bereich zu stellen, bereitet jeder Professor eine Aufgabenstellung vor und am Ende entscheidet das Los, welche Vorschläge wir bearbeiten werden. Dabei werden auch keine konkreten Fragen gestellt, sondern in Form von <em>dissertations</em> geprüft. Innerhalb von vier Stunden sollen wir also einen Plan ausarbeiten und einen Aufsatz zu dem vorgegebenen Thema schreiben. Mehr wisesn wir nicht und vor allem die ausländischen Studierenden fragen sich, was genau mit einer <em>dissertation</em> gemeint sein könnte. Am Celsa werden in den Klausren strukturierte Aufsätze verlagt, die im Aufbau bereits die Argumentation beinhalten. Zudem hat jeder Plan aus Prinzip drei Abschnitte, die nach Möglichkeit jeweils drei Unterabschnitte haben. Diese ominöse Dreiteilung verfolgt mich bis in die Masterarbeit, da meine Professorin mich bereits gefragt hat, ob ich meine drei Kapitel bereits benennen könnte. Es scheint eigentlich ganz einfach zu sein, die französischen Vorgaben zu erfüllen, aber es gibt so viele Details, die beachtet werden müssen, sodass es mir nicht immer leicht fällt, alles spontan in drei sauber abgegrenzte Bereiche aufzuteilen und eine schön passende <em>problématique</em> zu formulieren, die alles berücksichtigt. Es ist nicht nur der Inhalt, der am Ende zählt, sondern in der Struktur des Schreibens wird die Argumentation deutlich, die an die Form des Textes gebunden ist. Immer wieder finde ich neue Dinge, die ich anders machen müsste, und ich bin dankbar, dass die Professoren und Kommilitonen so viel Geduld mit mir haben und nachsichtig sind, wenn ich wieder mal etwas anders mache als erwartet. Dass sich die französische Kommunikationsforschung nicht nur aufgrund der Sprache unterscheidet, wird jeden Tag an einem neuen Detail deutlich.</p>
<p>Aber natürlich kann man nicht Tag und Nacht nur im Wohnheim am Schreibtisch sitzen, sodass ich mich zwischendurch mal mit Freunden im Café treffe. Immerhin bietet Paris eine wunderbare Auswahl an kleinen Cafés, wo man auch sehr gut auch zu Mittag essen kann. Im <em>Au Thé Gourmand</em> im <em>Quartier Latin</em> beispielsweise kochen und backen eine Mutter und ihre Tochter herrliche <em>soupes</em>, <em>quiches</em> und <em>gâteaux</em>. Genau dort habe ich bereits viele Stunden verbracht und mich durch all die Köstlichkeiten probiert. Groß ist das Café nicht, aber stets sehr gut besucht und immer wieder kehren Leute ein, um sich kurz zu stärken und dann weiter in Richtung Universität oder Panthéon zu eilen. Es ist eine schöne Abwechslung zu den obligatorischen <em>sandwichs</em>, die ich ansonsten zu Mittag esse, weil es in der Nähe meines Instituts in Neuilly-sur-Seine keine Mensa gibt. Und wenn mich dann doch wieder der Klausurenstress einholt, nehme ich einfach meine Unterlagen mit in ein Café und lerne einige Zeit mal in einer etwas anderen Umgebung.</p>
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		<title>Café à la Paris</title>
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		<pubDate>Tue, 14 May 2013 06:47:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lisa Bolz</dc:creator>
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				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_6514" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://blog.daad.de/go-out/2013/05/14/cafe-a-la-paris/chocolat-chaud/" rel="attachment wp-att-6514"><img class="size-medium wp-image-6514" alt="" src="http://blog.daad.de/go-out/files/2013/03/Chocolat-chaud-300x225.jpg" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text"><em>Le chocolat chaud du Café de Flore.</em></p></div>
<p>Paris &#8211; Stadt der Liebe, Stadt der Mode, aber auch Stadt der Literaten. Vor allem letzteres wird im<em> Quartier Latin</em> und im Viertel <em>Saint-Germain-des-Pres</em> deutlich. Die Cafés von einst, in denen Sartre, Camus und Co. ein und aus gingen, sind heute Touristenanziehungspunkte und rufen die Werke der Schriftsteller in Erinnerung. Wer nur schnell eine Erfrischung für zwischendurch sucht, ist hier fehl am Platz. Denn eine Cola kostet hier gut und gerne über fünf Euro, geschweige denn das Essen, das für Studenten unbezahlbar ist. Aber dennoch sind die Tische im <em>Deux Magots</em> und im<em> Café de Flore</em> stets besetzt und ich werde immer neugieriger, wie es sein muss, dort einmal einzukehren. An einem zugigen Tag verschlägt es mich dann in das <em>Café de Flore</em>, von dessen <em>chocolat chaud</em> ich bereits einiges gehört habe und der einen daran erinnern soll, wirklich in Paris angekommen zu sein. Der Innenraum ist sehr edel eingerichtet und auf fast jedem Gegenstadt steht der Name des Cafés. Zwischen einem diskutierenden Paar und einem in die Zeitung vertieften Herrn finde ich einen freien Tisch. Für läppische 6 Euro bekomme ich zwei Kännchen, eines mit duftender Schokolade und das andere mit Milch. Bedenkt man, dass es auf der <em>Avenue des Champs-Elysées</em> die Tees für fast den gleichen Preis gibt, ist der Preis sogar noch ganz annehmbar. Ich bin viel zu neugierig und schaue mich viel zu gerne um, als dass ich souverän mein Buch aus der Tasche ziehe und mich in die Lektüre vertiefe &#8211; so wie die meisten in dem Café, angesehen von denen, die ganz offensichtlich in die Kategorie Tourist fallen.</p>
<div id="attachment_6515" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://blog.daad.de/go-out/2013/05/14/cafe-a-la-paris/place-sartre-beauvoir/" rel="attachment wp-att-6515"><img class="size-medium wp-image-6515" alt="" src="http://blog.daad.de/go-out/files/2013/03/Place-Sartre-Beauvoir-300x225.jpg" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Ganz in der Nähe der <em>Place Sartre-Beauvoir</em> liegen die beiden berühmten Cafés <em>Deux Magots</em> und <em>Café de Flore.</em></p></div>
<p>Aber nicht nur in den Cafés scheinen die Pariser pausenlos zu lesen. Auch in der <em>métro</em> und im <em>RER</em> zeihen sie ihre bouquins aus den Taschen sobald der Zug anfährt &#8211; völlig gleichgültig, ob sie einen Sitzplatz ergattern konnten oder nicht. So überbrücken die Pariser ihre langen Anfahrtswege, da es völlig normal ist bis zu einer Stunde allein für den Hinweg zu brauchen. Zumal Wetterstörungen, unbekannte Päckchen am g<em>are du nord</em> oder sonstige Verspätungen längs nicht die Seltenheit sind. Für diejenigen, die möglicherweise ihr Buch nicht eingesteckt haben oder die am tagesaktuellen Geschehen interessiert sind, stehen morgens an den Stationen die Leute der Gratiszeitungen und drücken sie den Vorbeigehenden in die Hände. Im Laufe des Tages wechseln diese mehrmals ihre Besitzer bis sie abends auf einem leeren Sitz der letzten <em>métro</em> liegen bleiben.</p>
<div id="attachment_6512" class="wp-caption alignleft" style="width: 235px"><a href="http://blog.daad.de/go-out/2013/05/14/cafe-a-la-paris/cafe-de-flore/" rel="attachment wp-att-6512"><img class="size-medium wp-image-6512" alt="" src="http://blog.daad.de/go-out/files/2013/03/Café-de-Flore-e1364486179345-225x300.jpg" width="225" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Direkt am <em>Boulevard Saint-Germain</em> liegt das <em>Café de Flore</em>.</p></div>
<p>Bücher sind in Frankreich tendenziell günstiger als in Deutschland und vor allem die französischen Klassiker gibt es für sehr wenig Geld. Zudem bietet <em>Gibert Jeune</em> viele Bücher gebraucht an, sodass ich auch kostengünstig Fachbücher erwerben kann. Auch habe ich das Gefühl, dass in Frankreich die Schüler und Studenten im Allgemeinen mehr komplette Bücher lesen als in Deutschland, wo gerade im Studium viele Fachartikel auf den Lektürelisten stehen. Irgendwie scheinen meine Kommilitonen sämtliche Bücher zu kennen, die im Unterricht erwähnt werden und als ich eine andere Studentin frage, ob sie die „Archäologie des Wissens“ von Michel Foucault gelesen hat, zuckt sie mit den Schulten und bejaht meine Frage. Insgesamt verweisen die Professoren und Dozenten in ihren Argumentationen fast ausschließlich auf komplette Bücher oder Doktorarbeiten und erwarten ganz selbstverständlich, dass wir in sämtliche Werke reinschauen. Dabei frage ich mich schon, wer so viel Zeit hat, all das zu lesen. Als ich zu einem Thema nach ergänzender Literatur frage, nennt mir die Professorin zwei Doktorarbeiten, die in dem Bereich geschrieben wurden, und auf einmal stehe ich 800 Seiten französischem Text gegenüber. So ganz nebenbei.</p>
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