Team Russland Rallye
von Frederik Rother
Der Alltag in Moskau ist laut, schnell, hektisch und staubig. Das sind die Attribute, die das Leben hier kennzeichnen. Und es ist anstrengend. Die Stadt zwingt einem ihren ganz eigenen Puls auf und man kann sich dem Rhythmus schwerlich entziehen. Aber das ist der Preis, den man zahlen muss, wenn man sich in einer 10 – 14 Millionenstadt bewegt. So genau weiß das niemand, wie viele Menschen hier wohnen.
Ich fühle mich wohl. Es ist spannend hier. An jeder Ecke passiert etwas. Ständig stehen am Straßenrand Autos rum und die Fahrer warten auf irgendwas. Männer lehnen konspirativ an Häuserwänden und rauchen konspirativ Zigaretten. Warten scheint hier zum Alltag zu gehören. Auch im Stau (auf Russisch probka). Der Stau vor unserem Hotel ist allgegenwärtig: Er kommt pünktlich zwischen 8, 9 Uhr morgens und löst sich erst gegen 21, 22 Uhr wieder auf. Drei Stunden für 30 Kilometer? Kommt schon mal vor.
Neben einer anderen Einheit für die Zeit fällt hier noch was auf: der Winter ist vorbei. Vor einigen Wochen gab es noch Schnee, die Seen sind teilweise immer noch zugefroren, aber die Temperaturen sind inzwischen beständig über Null Grad. Der Frühling kommt. Moskau wird vorbereitet sein. Ganze Horden von Menschen streichen Zäune und Bänke, bringen Blumenbeete in Ordnung und machen die Stadt frisch. Der Winter hier ist hart und hinterlässt Spuren. Die Stadt ist angeschlagen, aber sie wird jedes Jahr auf Vordermann gebracht. Das scheint hier der Kreislauf zu sein. Und weiter geht’s…
