
Tine Trumpp recherchiert derzeit in Neu Delhi für ihre Doktorarbeit. Mit der Stadt verbindet sie eine Hassliebe. Foto: Julia Lösch
Vielleicht würde Tine Trumpp heute gar nicht in Delhi an ihrem Kaffee nippen, sondern in Islamabad. Denn Pakistan war vor vier Jahren das Ziel einer geplanten Studienexkursion der Geographiestudentin. Doch der Zufall hat sie nach Indien verschlagen. Die Reise wurde aus Sicherheitsgründen spontan auf Indien umgebucht. Da war Tine 24 Jahre alt. Heute ist sie 28 – und mittlerweile schon zum vierten Mal in Indien.
Delhi hat es ihr am meisten angetan. „Man hasst die Stadt oder liebt sie“, sagt Tine. „Meistens sogar beides gleichzeitig.“ Sie liebt die pulsierende Hauptstadt, in der Tradition und Moderne so nah beieinander liegen. Jeden Tag erlebe sie etwas Neues. Alltag? Fehlanzeige! Und Tine mag die Menschen, die viel offener und kontaktfreudiger sind. Das helfe ihr auch sehr bei der Recherche zu ihrer Doktorarbeit, für die sie im Moment wieder in Delhi ist.
Klar, die Millionenmetropole habe auch Nachteile. Der unübersichtliche Verkehr und die schlechte Luft lassen außer Joga kaum einen anderen Sport zu. Auch die Temperatur macht ihr zu schaffen. Im Sommer wird jeder kurze Spaziergang zum Sportersatz. Und fünf Grad im Winter sind durch fehlende Heizungen für Frostbeulen wie sie eine echte Herausforderung.
Auch wenn Tine Trumpp bald wieder nach Deutschland fährt, wird sie nächstes Jahr wiederkommen und weiter für ihre Doktorarbeit recherchieren. Sich irgendwann in Indien niederzulassen, kann sie sich im Moment jedoch nicht vorstellen: „Dazu mag ich Deutschland zu sehr.“ Ein wichtiger Faktor kann ihre Entscheidung aber noch beeinflussen: der Zufall.
