Mittlerweile sind wieder 4 Wochen vergangen seit meinem letzten Beitrag und obwohl ich zwei der vier Wochenenden in Toowoomba geblieben bin, ist dennoch viel passiert.
Ich bin endlich ein wenig mehr herausgekommen und habe super tolle neue Leute kennengelernt – ihr seht, selbst in der eigenen Stadt bringt CouchSurfing etwas
Ich bin in den letzten 4 Wochen zu zwei Trivia Nights gegangen mit ein paar „Mates“, was grob gesagt ein Ratespiel ist, wo an die 50 Leute sich in 6er Gruppen finden und sich dann durch 8 Kategorien arbeiten, die von Abend zu Abend wechseln, um so viele Punkte wie möglich zu sammeln. Es macht super viel Spaß, aber ich muss gestehen, dass ich bei so vielen Fragen einfach nur da saß und dachte „Pppfff, woher soll ich das wissen?“, zumal auch einige Australien-spezifisch waren. Aber in unserer Gruppe war es echt witzig, zumal die Jungs echt viel wussten. Am ersten Abend sind wir sogar auf den zweiten Platz gekommen, um dann allerdings wieder auf den letzten Platz zurückzufallen
Beim zweiten Abend letzte Woche, konnten wir uns dann bis zum Schluss auf Platz drei halten, die Jungs waren echt super stolz!
Doch ich möchte euch auch gerne erzählen, was ich an den vier Wochenenden unternommen habe. Am ersten Wochenende bin ich nach Brisbane zum Beginn des Brisbane Festivals gefahren, um das berühmte River Firework zu sehen. Es war einfach nur umwerfend, dieses wahnsinnig große Feuerwerk vor der Skyline von Brisbane zu sehen und zu fotografieren! Allerdings bin ich auch nur für den einen Abend dort geblieben, da ich ja noch unbedingt nach Byron Bay wollte. Dies habe ich am nächsten Tag auch umgesetzt und bin 4 Stunden mit dem Bus gen Süden gefahren, um das erste Mal in einem anderen Bundesstaat Australiens zu landen – New South Wales.
Auch wenn ich nur für weniger als 24 Stunden in Byron Bay, war es einfach nur umwerfend. An sich ist die Stadt ziemlich klein, aber sie ist umgeben von ich weiß nicht wie vielen tollen Stränden – ich glaube, ich bin alleine an 4 verschiedene gelaufen und habe 2 weitere malerische gesehen. Der Nachmittag, als ich ankam, war eher Entdeckung des kleinen aber feinen Stadtzentrums und Genießen des herrlichen Sonnenscheins am Main Beach. Abends ging es zu meinen Hosts, Rupert und Kelly, die außer mir noch zwei Spanier beherbergten – wir haben den ganzen Abend gequatscht und gelacht, es war einfach wieder nur eine herrliche Erfahrung. Da die Strände so toll aussahen, und ich in Byron Bay ja auch am östlichsten Punkt des australischen Festlands war, nahm ich mir vor, nächsten Morgen in aller Herrgottsfrühe aufzustehen, um den Sonnenaufgang zu erleben. Um 5 klingelte also mein Wecker und nachdem ich mir genug eiskaltes Wasser ins Gesicht geschüttet hatte, um wach zu werden, ging’s los. Leider war der Weg doch ziemlich weit zum Aussichtspunkt, sodass ich (trotz Joggens zum Schluss und dem völligen Auspowern beim Erklimmen der gefühlt tausend Stufen auf- und abwärts auf der Halbinsel) ca. 10 Minuten nach dem wirklichen Sonnenaufgang ankam. Dennoch war der Ausblick einfach nur herrlich!!! Ich konnte nicht anders und bin eine komplette Stunde sitzengeblieben, weil ich einfach nur überwältigt war von der Landschaft, den brechenden Wellen und der Stille ansonsten.
Irgendwann musste ich allerdings wieder zurück, um meine Sachen zu holen, da die normale Bevölkerung montags ja arbeiten muss und nur ich (Gott sei Dank!) frei hatte
Anyway, irgendwann musste auch ich zurück, um die 6 Stunden Busfahrt zurück nach Toowoomba auf mich zu nehmen.
Die letzten 2 Wochenenden waren dann lokale Events angesagt. Das erste der zwei Wochenenden in Toowoomba war „Jam the Dam“, ein kleines Musikevent bei Kris, einer der Department Support Officers an der USQ, zu dem ich freundlicherweise eingeladen war. Letztendlich sind wirklich 100 Freunde, Bekannte und Familie zusammengekommen und trotz Kälte und Windgeschwindigkeiten von 50 km/h (Böen von 70 km/h) haben wir alle Spaß gehabt, den verschiedenen Bands zuzuhören (selbst Dudelsäcke waren dabei).
Vorletztes Wochenende war dann Beginn des Carnival of Flowers, für den Toowoomba zumindest in Queensland (und vielleicht auch weiter?) berühmt ist. Dafür werden ganz viele Gärten rausgeputzt und vor allem die öffentlichen Parks voll mit Blumen bepflanzt. Am ersten Samstag findet eine Parade statt, die ich mir natürlich angesehen habe. Eröffnet wurde das Event sogar von der Premierministerin Queenslands, Anna Bligh, die einfach mal so 20 Meter von mir entfernt stand und von Security war keine Spur.
An dem Sonntag wurde dann von Justin, dem Couchsurfer aus Toowoomba und ein paar Freunden ein Picknick im Crows Nest National Park geplant, zu dem wir früh losgezogen sind. Wir sind dann zu den Crows Nest Falls gewandert/ geklettert, die in einem Wasserloch enden. Darin sind wir baden gegangen, auch wenn die Temperatur ziiiiemlich gering war (ich schätze zwischen 12 und 15°C). Es war aber einfach nur herrlich, denn die Lufttemperatur war an dem Wochenende auf 27°C hochgeklettert, sodass man sich schön auf den Felsen an dem Wasserfall im Bikini sonnen konnte.
An diesem Tag habe ich dann auch endlich mal meine erste Schlange in der Wildnis gesehen, auch wenn man schon genau gucken musste, um sie zu sehen. Außerdem ist uns eine Goana genau vor die Füße gelaufen, eine Rieseneidechse, die bis zu 2 Meter lang werden können – wir hatten aber nur einen kleinen mit ca. 1 Meter Länge.
Nach diesem Wochenende fing dann leider auch schon die letzte Woche mit Joachim, meinem Supervisor, an (während meiner letzten Praktikumswoche ist er leider im Urlaub, da Schulferien sind). Ich war zu dem Zeitpunkt hauptsächlich mit dem Schreiben meines Papers über das Praktikum beschäftigt. Am Donnerstag kam also der erste ungewollte Abschied von Joachim, der mir doch ziemlich zu schaffen machte. Und natürlich sollte es nicht der letzte sein, denn Kris fiel ein, dass sie ja ebenfalls im Urlaub sein würde diese Woche, sodass ich noch einen weiteren Abschied überstehen musste (sodass gleich zweimal am selben Tag Tränen kullerten). Doch Joachim hat mir angeboten, noch einmal darüber nachzudenken, ob ich für meine Masterarbeit mit ihm als Supervisor (sei als erster oder zweiter) zusammenarbeiten möchte (wir hatten schon einmal über diese Möglichkeit gesprochen). Ich bin mir sicher, dass das Beste wäre was mir passieren kann und dass ich versuchen werde, dieses Vorhaben auch in die Tat umzusetzen.
Gott sei Dank war für das letzte Wochenende aber auch noch eine dreitägige Tour nach Fraser Island, der größten Sandinsel der Welt, geplant, sodass ich mich ein wenig von dem ersten Abschiedsschmerz ablenken konnte. Freitag früh ging es dann von Brisbane los Richtung Norden. Wir besichtigten den Rainbow Beach (einem Strand mit unzähligen verschiedenen Farbnuancen im Sand) und natürlich ein wenig das Innere Fraser Islands mit dem Tropischen Regenwald und dem Lake Birrabeen. Samstag habe ich dann wieder den Sonnenaufgang bewundert (bin extra um halb 5 aufgestanden) und tagsüber kamen dann Highlights wie das Maheno Schiffswrack, Eli Creek, Indian Head, eine riesige Sanddüne und The Pinnacles. Die Aussicht auf das Meer war tierisch toll, denn wir konnten mehrmals Wale bestaunen, die Luftsprünge vollführten und das ganz aus der Nähe.
Sonntag konnten wir noch einmal den Regenwald bestaunen und einen weiteren See, der langsam von einer Sanddüne verschluckt wird (wirklich sehr langsam). Danach ging es dann auch schon wieder zurück nach Brisbane und am nächsten Morgen (also gestern) nach Toowoomba. Heute hatte ich dann das Gefühl, dass irgendwie alle Büros leer waren, Kris’ herzliche Guten Morgen Grüße und die Gespräche mit Joachim fehlen mir jetzt schon furchtbar.
Jetzt habe ich also nur noch 3.5 Tage in Toowoomba, bevor es Samstag nach Brisbane und Sonntag früh nach Sydney geht für 8 Tage, um dann anschließend ins kalte Deutschland zurückzufliegen. Denn mittlerweile sind Temperaturen über 20°C Dauerzustand und vor allem die letzten zwei Wochenenden waren mit immer mindestens 25°C echt Hochsommer für mich. Und dabei ist hier seit knapp einem Monat Frühling
Also dann, ich werde mich sicherlich noch einmal melden, wenn ich wieder in Deutschland bin, um euch von meinen letzten Abenteuern in Australien zu erzählen.
Bis dahin alles Gute,
Eva














