Koalas knuddeln ist das tollste Erlebnis der Welt

Hallo Leute,

ein Monat ist nun mittlerweile schon vergangen, seitdem ich das letzte Mal geschrieben habe (sorry for that!), aber es ist so viel passiert, ich komme ja noch nicht einmal mit den Postkarten hinterher :)

Aber ich erzähle am besten, was alles passiert ist.

Nachdem ich ja meine ersten anderthalb Wochen alleine verbracht habe und es doch teilweise etwas langweilig war, kamen meine Mitbewohnerinnen am Tag vor Unibeginn wieder und ich durfte feststellen, dass sie super nett sind. Sie kennen sich schon aus der Schule und studieren beide im 2. Semester Lehramt (Abbey Englisch und Sozialwissenschaften, Lindsay Mathe und Physik). Wir fahren jeden Sonntag (wenn ich denn da bin und nicht gerade was unternehme) zusammen einkaufen für die Woche, was die Lebensmittelpreise erträglicher macht als anfangs von mir befürchtet – mittlerweile pendele ich mich zwischen 30 und 60 Dollar die Woche ein.
Anyway, ich habe mit in der Zwischenzeit auch ein gebrauchtes Fahrrad gekauft, um nicht jedes Mal den Bus nutzen zu müssen und um vor allem anfangs mehr herumzukommen, ohne Auto.
Deshalb konnte ich schon die höchsten Punkte Toowoombas bestaunen (auch wenn ich völlig aus der Puste war, als ich oben ankam) und mich auch ein wenig mehr an den Linksverkehr gewöhnen… Und daran, wieder einen Helm zu tragen, denn hier ist es gesetzlich Pflicht, auch als Fahrradfahrer einen zu tragen und jeder hält sich dran, wenn er mehr als 500 m fährt.

An etwas anderes musste ich mich mittlerweile auch gewöhnen, was in der ersten Woche noch nicht so relevant war – die großen Distanzen, die man in Australien zurücklegen muss, um überhaupt irgendwo hinzukommen. Man mag sich das zwar selbst immer sagen, aber man muss es erlebt haben, was es bedeutet,  für ein Wochenende 1200 km Auto zu fahren, nur um ein wenig herumzukommen.

Doch von vorne: letztes Wochenende konnte ich endlich loslegen, mehr als Toowoomba in Augenschein zu nehmen. Ich habe mir also via CouchSurfing Hosts in Brisbane gesucht, denn das war das nächstgelegene Reiseziel (ca. 130 km von Toowoomba, 2 Stunden mit dem Bus). Wer CouchSurfing noch nicht kennt, sollte es definitiv mal nachschauen und wer die Idee, neue Leute durch Anbieten von Schlafgelegenheiten kennenzulernen, gut findet, sollte es definitiv ausprobieren – es ist einfach nur GORGEOUS :)
Ich hatte mir als „ersten Host“ ein Pärchen in Brisbane ausgesucht, Amy und Myall und hatte mir so ein Hostel für 2 Tage gespart und habe gleich Australier kennengelernt. In Brisbane selbst bin ich den Mount Coot-tha zu Fuß hochgerannt (ja, die Meinung, das Geld für eine Busfahrt ließe sich besser für anderes verwenden, lässt einen weit rennen), um eine wahnsinnige Aussicht über Brisbane zu erleben. Die Stadt an sich hat auch etwas, denn sie ist nicht zu vergleichen mit einer deutschen Großstadt. Das liegt daran, dass eigentlich nur der wirkliche Stadtkern Hochhäuser hat, alles andere sind die in Australien weit verbreiteten Einfamilienhäuser mit Vorgarten (viiiiiel Grün durch die Subtropen) und Garage. Dadurch fühlt es sich meist gar nicht wie eine wirklich Großstadt an, was mir persönlich sehr zugesagt hat. Anyway, ich habe Brisbane natürlich erkundet und am Sonntag das Highlight erlebt (was mit zu meinen besten Erlebnissen während meines ganzen Aufenthaltes zählen wird!) – ich war im Lone Pine Koala Sanctuary, wo viele einheimische Tiere gehalten werden und das wichtigste natürlich: 130 süße, knuddelige Koalas.
Ich musste zwar alleine 16 Dollar bezahlen, um ein Foto mit einem Koala zu bekommen, aber dieser Preis war es wirklich wert – selbst anderthalb Wochen danach kann ich nicht glauben, wie süß diese Tiere sind und bin hin und weg von dem Foto!
Ich durfte natürlich auch Känguruhs streicheln, Wallabys füttern, schlafende Wombats bewundern und bin, zumindest gefühlt, nur mit offenem Mund rumgelaufen, weil es so unvorstellbar atemberaubend war!

Letztes Wochenende war ich dann in Hervey Bay – DIE Whale Watching City in Queensland. Alleine der Weg dorthin waren 370 km und hat uns (meinen Supervisor, seinen Kollegen und mich) 5 Stunden Autofahrt gekostet. Am Samstag hat mein Couch Surfing Host in Hervey Bay, Alex, mich dann mit weiteren Freunden hoch bis nach 1770 gefahren, dem Geburtsort Queenslands, wo 1770 James Cook gelandet ist, um Australien zu entdecken. Es war sehr schön dort, aber der Weg hin und zurück von 1770 waren noch einmal 464 km – unvorstellbar große Distanzen, nur um dort zweieinhalb Stunden am Strand zu verbringen und zwei/drei Touristenfotos zu schießen! Das würde in Deutschland niemand machen, zumal die Straßen hier mit unseren schlechteren Landstraßen zu vergleichen sind und hier trotzdem 100 km/h gefahren wird, obwohl teilweise echt große Schlaglöcher vorkommen.
Aber an sich war auch dieses Wochenende sehr schön, denn wir hatten 24°C und meist Sonnenschein und das ist wohl Normalzustand für den hiesigen Winter (zumindest an der Küste oberhalb von Brisbane).

Mein Praktikum geht ebenfalls voran, ich habe die Phase der Literaturrecherche soweit hinter mir gelassen und bin jetzt am Programmieren. Die wöchentlichen Meetings mit Joachim, meinem Supervisor, sind auch sehr hilfreich und super vorbereitend auf spätere Seminare und vor allem die Masterarbeit. Denn ich habe nie gelernt, richtig intensive Literaturrecherche durchzuführen und vor allem nicht, jeden Schritt, den ich mache, zu erklären und dass alles hinterfragt wird. Es ist aber wirklich fördernd, denn so habe ich immer Wochenaufgaben, die zu erledigen sind und dies gibt einem das Gefühl, voranzukommen und stolz sein zu können auf das, was man geschafft hat. Ich bin der Meinung, dass dieses Projekt weitaus mehr bringt, als meine Bachelorarbeit mir beibringen konnte und ich bin aufgrund vieler Faktoren so dankbar, dass mir diese Chance auf diese grandiose Zeit gegeben wurde!

Dieses Wochenende werde ich wohl zur Abwechslung wieder in Toowoomba verbringen und versuchen, wieder eine Fahrradtour zu machen, es sei denn, die internationalen Studenten um die Deutsche, die ich noch kennengelernt habe, planen etwas – dann wäre ich natürlich auch offen für Vorschläge :)

Nächstes Wochenende geht es dann auf zur Gold Coast und Surfer’s Paradise zu einem weiteren Couch Surfing Erlebnis. Und Anfang September werde ich für 2 oder 3 Tage auf nach Fraser Island, die größte Sandinsel der Welt, um dort die Schönheit der australischen Natur zu bewundern und super viele Fotos zu schießen.

Bis dahin wünsche ich euch, dass ihr besseres Wetter in Deutschland bekommt, soviel Sonne habt wie wir hier (ich hatte bisher einen Regentag und zwei Tage mit je 5 Minuten Schauern!)!

See ya,
Eva

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