Da wird der Satz “Auf ins Abenteuer” gleich anders.

Turbulenter hätte dieser Monat wirklich nicht verlaufen können. hope for japan

Dabei befinde ich mich noch in Deutschland und bin sehr froh darüber, dass mein Flieger erst am 03.04.11 abhebt.  Doch bis zu dem Tag war es ein langer, langer mühseliger Weg von 1,5 Jahren Bewerben, Hoffen und Bangen. Nur die, die diese Zeit an meiner Seite miterlebt haben, verstehen meine Entscheidung, trotz der Lage in Fukushima, diese Woche nach Tokyo/Japan zu fliegen.

Zurück zum Anfang:

Meine Liebe für Japan hat sich während meines ersten Austauschjahres in Hiroshima entwickelt (DAAD Förderung).  Und so hatte ich danach auch die Chance in Tokyo einige Zeit zu verbringen und in Medienproduktionen mitzuwirken. Während der Zeit erfuhr ich von der Möglichkeit eines Japanischen Staatsstipendiums (MEXT) welches durch den DAAD mit unterstützt wird. Im Jahr 2009 bewarb ich mich und lief von da an viele verschiedene Bewerbungsstufen durch (Interview/ Präsentation/ Forschungsthesis/ Sprachtest/ Papierkram usw.) und habe schließlich Ende Februar 2011 meine offizielle Bestätigung in der Hand gehalten.

Ich werde an der Tama Art University ein Forschungsprojekt im Bereich „Medienunterschiede zwischen Deutschland-Japan“ angehen und hoffe nun natürlich, dass die Medienstätten auch in Tokyo bleiben. (Leider ist die ARD nach Osaka abgereist.)

Der 11. März 2011

Was passiert ist, wissen wir alle aus den Medien. Meine erste Sorge waren meine Freunde und Bekannten aus Tokyo und Saitama, die aber zum Glück nur mit dem Schrecken und verwüsteten Wohnungen davon kamen. Anders als bei den Japanischen Freunden, herrschte bei meinen ausländischen Freunden nach der Fukushimanachricht, sehr große Panik und viele flüchteten nach Osaka oder ins Ausland.

In der ersten Woche hatte ich beschlossen aus Rücksicht auf die Menschen in Japan niemanden bezüglich meiner Reise nach Tokyo anzuschreiben oder anzurufen. (Denn in Japan lernt man eins als erstes: GEDULD)

Eine große Traurigkeit und Aufgewühltheit machte sich in mir breit und wurde durch all die besorgten Anrufe von deutschen Freunden und Bekannten nur noch mehr hochgepuscht (Denn manche dachten, ich wäre schon in Tokyo).

In der zweiten Woche nach dem Unfall erhielt ich die Nachricht von meiner Universität, dass alles planmäßig verläuft (Nur der Strom fehlt manchmal).

Auch das Japanische Konsulat aus Hamburg hat mir mein Visum zugesendet und das E-Ticket aus der Botschaft-Berlin ist letztendlich auch angekommen.

Und nun sitze ich vor all den Kisten, die noch zu packen sind, damit ich diese bei meinen Eltern verstauen kann und versuche eine schöne Restzeit mit meiner Familie zu haben.

Gute Nacht

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